Wählbarkeit
Die günstigsten frei wählbaren Krankenkassen 2026
Von der KassenPuls Redaktion · Stand: 18. Juli 2026
Die günstigste frei wählbare gesetzliche Krankenkasse ist 2026 die BKK firmus mit 2,18 % Zusatzbeitrag. Der Haken: Sie ist regional geöffnet und nimmt nur in 10 von 16 Bundesländern neue Mitglieder auf. Die günstigste bundesweit offene Kasse, die wirklich jeder wählen kann, ist die TUI BKK mit 2,50 %. Von 92 Kassen sind 72 frei wählbar, 20 nur für Beschäftigte.
Die günstigste Kasse, die du wählen kannst
Die günstigste gesetzliche Krankenkasse, in die du 2026 tatsächlich eintreten kannst, ist die BKK firmus mit einem Zusatzbeitrag von 2,18 %. Das steht so aber in keiner bundesweiten Rangliste, denn die BKK firmus ist regional geöffnet: Sie nimmt neue Mitglieder nur in 10 von 16 Bundesländern auf. Wer außerhalb dieser Länder wohnt, findet die Kasse zwar in jeder Vergleichstabelle ganz oben — darf sie aber nicht wählen.
Genau deshalb trennen wir zwei Fragen sauber: „Welche Kasse ist am günstigsten?" und „Welche kann ich wählen?". Die günstigste Kasse, die wirklich jeder in Deutschland wählen darf, ist die TUI BKK mit 2,50 %. „Frei wählbar" heißt: Die Kasse ist mindestens in deinem Bundesland für Neuzugänge geöffnet. Betriebskrankenkassen, die nur eigene Beschäftigte aufnehmen, zählen nicht dazu — die stellen wir im Artikel Warum du nicht jede Betriebskrankenkasse wählen kannst gesondert vor.
Viele „Günstigste Kasse"-Listen im Netz ignorieren genau das. Sie sortieren stur nach Zusatzbeitrag und setzen Kassen nach oben, in die die meisten Leser gar nicht eintreten dürfen. Für dich zählt am Ende nur die günstigste Kasse, die in deinem Bundesland für Neuzugänge offen ist — und das kann eine andere sein als die bundesweite Nummer eins. Deshalb annotieren wir unten jede Kasse mit ihrer Öffnung, statt nur die nackte Beitragshöhe zu zeigen.
Die folgende Grafik zeigt die 12 günstigsten frei wählbaren Kassen im Ranking. Zu jedem Balken steht, ob die Kasse bundesweit offen ist oder nur in einzelnen Ländern. Der gestrichelte Strich markiert den amtlichen Durchschnitt von 2,90 % — an ihm siehst du, wie deutlich diese Kassen darunter liegen. Die stets aktuelle Rangliste pflegen wir separat unter die stets aktuelle Liste der günstigsten Kassen.
Quelle: GKV-Stammdatendatei (§ 98a SGB IV), Stand 18. Juli 2026
Bundesweit vs. regional — der entscheidende Unterschied
Ob du eine Kasse wählen darfst, hängt an einem einzigen Merkmal: wo sie für Neuzugänge geöffnet ist. Von den 92 Kassen, die wir führen, teilen sich die Wählbarkeits-Verhältnisse so auf:
- 34 Kassen sind bundesweit geöffnet — du kannst sie überall in Deutschland wählen, egal wo du wohnst.
- 38 Kassen sind regional geöffnet — nur in bestimmten Bundesländern wählbar. Dazu gehören auch die regionalen AOKs.
- 20 Kassen sind betriebsbezogen und damit nicht frei wählbar — sie nehmen nur Beschäftigte des jeweiligen Unternehmens auf.
Für dich zählen also die 72 frei wählbaren Kassen — und davon nur die, die in deinem Bundesland offen sind. Die günstigste überhaupt joinbare Kasse ist die BKK firmus (10 von 16 Ländern). Aber der günstigste Wert, auf den du dich als Person egal wo verlassen kannst, ist der der TUI BKK. Die zweitgünstigste frei wählbare Kasse ist übrigens die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland mit 2,47 % — eine regionale AOK. Dass „AOK" je nach Bundesland etwas ganz Unterschiedliches kostet, rechnen wir im Artikel AOK-Zusatzbeitrag: die regionalen Unterschiede vor.
Dass eine Kasse nur regional öffnet, ist kein Zufall. Die AOKs sind historisch als eigenständige Landeskassen organisiert — die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland etwa nimmt nur in ihren beiden Ländern auf. Auch viele Betriebs- und Innungskrankenkassen haben sich nur in einzelnen Bundesländern für die Allgemeinheit geöffnet, statt bundesweit. Ob eine Kasse in deinem Land für Neuzugänge offen ist, steht in ihrer Satzung — und im Kassenvergleich, wo du direkt nach deinem Bundesland filtern kannst. Verlass dich also nie auf die reine Beitragshöhe, ohne die Öffnung zu prüfen.
Wenn du bundesweit sicher planen willst, ist die folgende Liste die richtige: die günstigsten Kassen, die jeder in Deutschland wählen kann.
| # | Kasse | Art | Zusatzbeitrag |
|---|---|---|---|
| 1 | TUI BKK | BKK | 2,50 % |
| 2 | hkk Krankenkasse | Ersatzkasse | 2,59 % |
| 3 | Audi BKK | BKK | 2,60 % |
| 4 | Techniker Krankenkasse | Ersatzkasse | 2,69 % |
| 5 | WMF BKK | BKK | 2,85 % |
| 6 | HEK - Hanseatische Krankenkasse | Ersatzkasse | 2,89 % |
| 7 | BKK Linde | BKK | 2,99 % |
| 8 | DAK-Gesundheit | Ersatzkasse | 3,20 % |
Quelle: GKV-Stammdatendatei (§ 98a SGB IV), Stand 18. Juli 2026
Die Top 10 im Detail
Hier stehen die zehn günstigsten frei wählbaren Kassen mit allem, was für die Wahl zählt: Kassenart, Zusatzbeitrag und — die wichtigste Spalte — wo die Kasse für Neuzugänge geöffnet ist. „Bundesweit" heißt überall; steht dort ein Bundesland, kannst du dort (und nur dort) beitreten. Tippe auf eine Kasse für ihr vollständiges Profil.
| # | Kasse | Art | Zusatzbeitrag | wählbar in |
|---|---|---|---|---|
| 1 | BKK firmus | BKK | 2,18 % | Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt |
| 2 | AOK Rheinland-Pfalz/Saarland | AOK | 2,47 % | Rheinland-Pfalz, Saarland |
| 3 | BKK Faber-Castell & Partner | BKK | 2,48 % | Bayern |
| 4 | BKK Public | BKK | 2,50 % | Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen |
| 5 | TUI BKK | BKK | 2,50 % | bundesweit |
| 6 | hkk Krankenkasse | Ersatzkasse | 2,59 % | bundesweit |
| 7 | Audi BKK | BKK | 2,60 % | bundesweit |
| 8 | AOK Bayern | AOK | 2,69 % | Bayern |
| 9 | Techniker Krankenkasse | Ersatzkasse | 2,69 % | bundesweit |
| 10 | BKK PFAFF | BKK | 2,78 % | Rheinland-Pfalz |
Quelle: GKV-Stammdatendatei (§ 98a SGB IV), Stand 18. Juli 2026
Auffällig ist, wie eng das Feld beieinander liegt: Zwischen Platz 1 und Platz 10 liegen nur wenige Zehntel Prozentpunkte. Und 12 der 12 günstigsten frei wählbaren Kassen liegen unter dem amtlichen Durchschnitt von 2,90 %. Zur Einordnung: Die teuerste Kasse im Markt verlangt aktuell 4,39 % — das ist mehr als das Doppelte des günstigsten Werts. Wo deine eigene Kasse in diesem Feld steht, siehst du im Kassenvergleich.
Auffällig ist außerdem die Zusammensetzung: An der Spitze stehen vor allem kleinere Betriebskrankenkassen und regionale AOKs mit schlanker Kostenstruktur. Bundesweite Kassen sind ebenfalls vertreten, sitzen aber selten ganz oben — die absolut günstigsten Plätze gehen fast immer an regional begrenzte Anbieter. Genau deshalb ist die Unterscheidung zwischen „günstigste Kasse überhaupt" und „günstigste Kasse, die ich wählen kann" so wichtig.
Warum günstig nicht billig heißt
Der häufigste Einwand gegen die günstigen Kassen: „Da spare ich am falschen Ende." Das stimmt bei der gesetzlichen Krankenversicherung nicht. Rund 95 Prozent der Leistungen sind gesetzlich festgelegt und für jede Kasse identisch — Arztbesuche, Krankenhaus, Medikamente, Vorsorge, Reha. Der Zusatzbeitrag ist der einzige echte Preisunterschied, und ein höherer Beitrag heißt nur, dass die Kasse mehr Geld braucht, nicht dass sie mehr leistet.
Wirkliche Unterschiede gibt es fast nur bei freiwilligen Extras: Bonusprogrammen, Zuschüssen zu Osteopathie, professioneller Zahnreinigung oder alternativen Heilmethoden. Diese Extras summieren sich selten auf mehr als ein paar Dutzend Euro im Jahr — der Preisunterschied zwischen der günstigsten und einer teuren Kasse dagegen schnell auf mehrere Hundert. Ein Wechsel vom Markt- maximum von 4,39 % auf die günstigste bundesweite Kasse spart bei einem Bruttoeinkommen von 47.500 € rund 449 € im Jahr (Angestellt, halber Satz). Was der Wechsel in deinem Fall bringt, rechnet dir der Ersparnis-Rechner mit deinem Einkommen aus.
Worauf du bei einer günstigen Kasse trotzdem achten solltest, ist der Service: Erreichbarkeit der Hotline, Geschäftsstellen in deiner Nähe, Tempo bei der Bearbeitung von Anträgen. Das lässt sich nicht seriös in einer einzigen Zahl messen, und wir tun es auch nicht — unser Kassen-Score bewertet ausdrücklich nur den Preis und dokumentierte Leistungen, nicht die Service-Erfahrung. Ein niedriger Beitrag ist also ein starkes, aber nicht das einzige Argument. Er ist nur das einzige, das dich jeden Monat bares Geld kostet.
„Günstig" ist bei der GKV also kein Warnsignal, sondern schlicht der Preis für eine weitgehend gleiche Leistung. Teuer wird eine Kasse nicht durch bessere Versorgung, sondern durch ihre eigene Finanzlage — und die bezahlst du mit.
So wechselst du zur günstigeren Kasse
Der Wechsel ist unkomplizierter, als viele denken. In drei Schritten:
- Kasse auswählen. Nimm aus der Rangliste oben eine Kasse, die in deinem Bundesland geöffnet ist. Prüfe im Zweifel die Spalte „wählbar in" — bundesweite Kassen wie die TUI BKK kannst du immer wählen.
- Mitgliedsantrag stellen. Du beantragst die Mitgliedschaft bei der neuen Kasse. Seit 2021 kündigt sie deine alte Mitgliedschaft für dich — du musst selbst nichts kündigen.
- Fristen kennen. Nach 12 Monaten bei deiner aktuellen Kasse kannst du regulär wechseln. Erhöht deine Kasse den Zusatzbeitrag, greift zusätzlich das Sonderkündigungsrecht (§ 175 Abs. 4 S. 6 SGB V) — dann kannst du auch früher raus.
Zwei häufige Sorgen sind unbegründet. Laufende Behandlungen kannst du bei der neuen Kasse ohne Unterbrechung fortsetzen — der Leistungsanspruch ist gesetzlich für alle Kassen gleich. Und die neue Kasse darf dich nicht ablehnen: Es gibt keine Gesundheitsprüfung und keine Fragen zu Vorerkrankungen. Jede gesetzliche Kasse muss jeden aufnehmen, der sie wählen darf. Ein Wechsel zur günstigeren Kasse ist damit fast risikofrei — er kostet dich etwas Papierkram und spart, je nach Einkommen und altem Beitrag, schnell einige Hundert Euro im Jahr.
Am schnellsten kommst du über den Kassenvergleich ans Ziel: Dort siehst du alle wählbaren Kassen mit ihrem aktuellen Zusatzbeitrag, und der Ersparnis-Rechner zeigt dir mit deinem Einkommen den konkreten Euro-Betrag, den ein Wechsel bringt. Verlass dich bei einer Erhöhung nicht allein auf einen Brief deiner Kasse — behalte die Zahlen lieber selbst im Blick. Genau dafür gibt es uns.